Die Welt des Desktop-3D-Drucks bekommt gerade ein echtes Upgrade. Wenn Sie schon immer Mehrfarbendrucke ohne den üblichen Frust aus langsamen Farbwechseln, hohem Materialverlust und einer externen Filamentbox auf dem Schreibtisch ausprobieren wollten, wurde der Anycubic Kobra X genau dafür entwickelt. Wir von BIKMAN TECH haben jedes Detail geprüft – vom innovativen integrierten Toolhead bis hin zu den realen Druckgeschwindigkeiten – und liefern Ihnen hier den ultimativen Leitfaden. Im Folgenden beantworten wir die 10 wichtigsten Fragen zu diesem Multi-Material-Bed-Slinger, damit Sie entscheiden können, ob er Ihr nächster kreativer Begleiter wird.
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1. Was unterscheidet den Anycubic Kobra X von anderen Mehrfarbendruckern?
Der Kobra X geht einen anderen Weg und verzichtet komplett auf eine externe Filament-Wechselbox. Stattdessen ist Anycubics ACE Gen 2 (Anycubic Color Engine) direkt im Druckkopf integriert. Vier Filamente werden direkt in den Toolhead geführt, und eine motorisierte Nockenwelle wählt im Betrieb das aktive Material aus. Durch dieses integrierte Design verkürzt sich der Rückzug beim Filamentwechsel auf etwa 30 mm, und der Filamentschneider sitzt nur noch 10 mm von der Düse entfernt. Das Ergebnis? Ein Farbwechsel dauert vom Schnitt bis zum Purgen nur rund 35 Sekunden – deutlich weniger als bei externen AMS-Systemen. Später lassen sich bis zu vier externe ACE 2 Pro-Einheiten anschließen, wodurch insgesamt 19 Farben in einem einzigen Druck möglich sind.
2. Wie lauten die vollständigen technischen Daten?
So ordnet sich der Kobra X laut den offiziellen Anycubic-Datenblättern ein:
| Spezifikation |
Details |
| Bauvolumen |
260 × 260 × 260 mm (10,2 × 10,2 × 10,2 in) |
| Geräteabmessungen (ohne Spulenhalter) |
441,5 × 445,1 × 461,3 mm (17,4 × 17,5 × 18,2 in) |
| Gewicht |
ca. 9,5 kg (20,9 lbs) |
| Max. Druckgeschwindigkeit |
600 mm/s (empfohlen: 300 mm/s) |
| Max. Düsentemperatur |
300 °C |
| Max. Betttemperatur |
100 °C |
| Düse |
gehärteter Stahl 0,4 mm (0,25, 0,6, 0,8 mm optional, Schnellwechsel) |
| Bettnivellierung |
LeviQ3.0, automatische 49-Punkt-Nivellierung, automatischer Z-Offset |
| Bewegungssystem |
X-Achse mit Linearführung, Y-Achse mit doppelten Linearschienen, Z-Achse mit zwei Führungsstangen |
| Konnektivität |
Dualband-WLAN (2,4/5 GHz), LAN, USB (nur Drucken) |
| Display |
3,5-Zoll-Touchscreen mit kapazitiver Farbdarstellung |
| Kamera |
720p HD mit Sichtschutzabdeckung und LED-Licht, 10 FPS |
| Lautstärke |
≤48 dB im Standardmodus, ca. 45 dB im Silent-Modus |
| Leistung |
1450 W Nennleistung (ca. 121 W beim Drucken) |
Von der automatischen Nivellierung bis zur Wiederaufnahme nach Stromausfall zeigt das Datenblatt ein Gerät, das alles von PLA bis PETG-CF direkt ab Werk beherrschen soll.
3. Wie gut sind Design und Verarbeitungsqualität?
Der Kobra X setzt auf einen gebürsteten Aluminium-Gantry und ein größtenteils aus Kunststoff gefertigtes Unterteil, das überraschend hochwertig wirkt. Besonders gefällt uns, wie die Gantry mit acht M5-Schrauben über massive Halterungen mit der Basis verbunden ist – deutlich stabiler als die einfachen Schraubverbindungen älterer Geräte. Das offene Cartesian-Bed-Slinger-Design bleibt gut zugänglich, während die versteckte Kabelführung für eine saubere, moderne Optik sorgt. Der Aufbau ist angenehm unkompliziert: Der Drucker kommt in zwei Hauptteilen und ist in weniger als 30 Minuten montiert. Magnetische Inbusschlüssel sind ebenfalls dabei, damit kleine Schrauben nicht zur Geduldsprobe werden. Allerdings braucht das Gerät reichlich Platz nach oben (mit Spulenhaltern und eingelegtem Filament über 68 cm / 27 in), und die inneren Spulenplätze können für große Standardspulen recht eng sein. Weil kein geschlossenes Gehäuse vorhanden ist, sollten Sie bei warpfälligen Materialien wie ABS zusätzlich vorsichtig sein.
4. Wie einfach sind Einrichtung und Kalibrierung?
Anycubic hat klar darauf geachtet, die erste Stunde möglichst stressfrei zu machen. Sobald Gantry und Basis verschraubt sind, clippen Sie einfach die Spulenhalter an, führen die vier PTFE-Schläuche in der richtigen Reihenfolge und schalten das Gerät ein. Ein freundlicher Einrichtungsassistent führt Sie durch Sprachauswahl, WLAN-Kopplung (per QR-Code in der mobilen App), Vibration Compensation und die automatische 49-Punkt-Bettnivellierung. LeviQ3.0 setzt den Z-Offset automatisch und prüft ihn vor jedem Druck erneut. Nach unserer Erfahrung und in mehreren Profi-Tests funktioniert die Auto-Nivellierung tadellos, und manuelles Nachjustieren ist kaum nötig. Firmware-Updates kommen drahtlos, allerdings muss nach jedem Update die Kalibrierung erneut durchgeführt werden – ein kleiner Makel, den viele moderne Drucker teilen.
5. Wie gut ist die Druckqualität in der Praxis?
Die Druckqualität ist hervorragend und spielt in einer Liga mit den besten Geräten dieser Klasse. Farbverläufe wirken außergewöhnlich sauber, mit minimalem Ausbluten zwischen den Farbtönen. Ein standardisierter 20-mm-Kalibrierwürfel kam mit einer Abweichung von nur 0,2 mm heraus – völlig im Rahmen dessen, was die meisten Maker erwarten. Auch PETG und selbst härtere TPU-Varianten (95A und 85A) lassen sich sehr ordentlich drucken, wobei flexible Modelle gute Details zeigen. Perfekt ist allerdings kein Drucker. An Kanten können leichte Ghosting-Artefakte sichtbar sein, und Bridging gelingt mitunter nur mittelmäßig. Feine Detaildrucke zeigen gelegentlich kleine Oberflächenmuster, die sich erst mit Slicer-Feintuning glätten lassen. Das Fazit: Die Hardware ist sehr stark; die letzten 5 % Perfektion hängen von der Slicer-Optimierung ab.
6. Wie schnell ist er wirklich, besonders bei Mehrfarbendrucken?
Hier spielt die integrierte ACE Gen 2 ihre größte Stärke aus. Bei Einfarb-Drucken ist der Kobra X mit den empfohlenen 300 mm/s zwar konkurrenzfähig, aber nicht dramatisch schneller als andere moderne Bed-Slinger. Die wahre Stärke zeigt sich bei mehreren Farben. Weil der Filamentwechsel nur einen 30-mm-Rückzug benötigt statt der bei externen AMS-Systemen üblichen 100+ mm, sind Mehrfarbendrucke deutlich schneller fertig. In einem direkten Vergleich brauchte ein vierfarbiges Schlossmodell mit 776 Farbwechseln auf dem Kobra X nur 13 Stunden 10 Minuten, während ein Bambu Lab A1 23 Stunden 8 Minuten benötigte – also fast 10 Stunden mehr. Bei Modellen mit häufigen Farbwechseln ist dieser Geschwindigkeitsvorteil ein echter Gamechanger. Beachten Sie nur: Das beworbene „2X-Speed“-Versprechen gilt vor allem für farbintensive Drucke; wer hauptsächlich einfarbig druckt, wird keinen dramatischen Unterschied sehen.
7. Wie viel Filamentabfall entsteht dabei?
Mehrfarbendruck mit nur einer Düse erzeugt immer Purge-Abfall, aber der Kobra X reduziert diesen spürbar. Dank des kurzen 30-mm-Rückzugs und eines Schneiders direkt nahe der Düse gibt Anycubic eine 81% geringere Filament-Wechsel-Länge gegenüber älteren Systemen an. In Praxistests erzeugte das vierfarbige Schlossmodell 150 g Purge-Abfall plus einen 42-g-Purge-Tower, also insgesamt 192 g. Dasselbe Modell kam auf einem Bambu Lab A1 auf 263 g. Ja, es ist also weniger – aber hohe Modelle mit vielen Farbwechseln produzieren trotzdem noch ordentlich Abfall. Ein Auffangbehälter ist nicht enthalten, daher sollten Sie eine Box mit hohen Seiten drucken oder bereitstellen, um die kräftig ausgeworfenen Purge-Spiralen aufzufangen.
8. Welche Filamente sind kompatibel, und gibt es Einschränkungen?
Der Kobra X unterstützt offiziell PLA (alle Varianten), PETG, TPU, PVA, ABS, ASA, PLA-CF und PETG-CF. Auch Multi-Material-Kombinationen wie PLA+TPU und PLA+PVA sind möglich. Die ACE Gen 2 passt die Extrusionskraft automatisch an die Materialhärte an, was den Wechsel zwischen harten und flexiblen Filamenten erleichtert. Es gibt jedoch wichtige Einschränkungen. Weiches TPU (Shore A) wird nicht empfohlen – es kann sich vor dem Extruder verformen und zu Verstopfungen führen. Anycubic empfiehlt stattdessen härteres TPU (Shore D) für eine zuverlässige Förderung. Ohne geschlossenes Gehäuse bleiben Materialien wie ABS und ASA anspruchsvoll; gründliches Trocknen und eine externe ACE 2 Pro-Einheit helfen, dennoch müssen Sie die Umgebungstemperatur im Blick behalten. Der eingebaute RFID-Leser erkennt für automatische Einstellungen nur Anycubics eigene Spulen, aber natürlich können Sie auch beliebiges Drittanbieter-Filament mit 1,75 mm Durchmesser verwenden und manuell konfigurieren.
9. Wie ist das Software-Erlebnis?
Der Kobra X nutzt Anycubic SlicerNext, einen proprietären Slicer auf Basis der vertrauten OrcaSlicer-/BambuStudio-Grundlage. Wenn Sie eines dieser Programme schon verwendet haben, finden Sie sich schnell zurecht. Sie können Filamentprofile verwalten, Farben auf ein Modell malen und Druckaufträge direkt per WLAN senden. Die Begleit-App ermöglicht Fernüberwachung und Zeitrafferaufnahmen. Der Haken? Die Software ist noch nicht ganz ausgereift. Tester berichten von gelegentlichen Abstürzen beim Einfärben komplexer Bereiche, und einige erwartete Funktionen fehlen – etwa eine grafische Ansicht des Bett-Meshs, manuelle Z-Höhenanpassung während des Drucks oder eine Vollbild-Kameradarstellung. Firmware und Slicer sind Closed Source, was Community-Anpassungen einschränkt. Zwar erscheinen regelmäßig Updates, doch das Ökosystem erreicht noch nicht die Reife von Bambu Studio. Für Maker, die Wert auf Open-Source-Flexibilität legen, ist das ein wichtiger Punkt.
10. Wie schneidet er im Vergleich zum Bambu Lab A1 ab?
Der Bambu Lab A1 ist der naheliegendste Konkurrent, und beide verfolgen eine ähnliche Designphilosophie. Auf Basis direkter Vergleiche lassen sich die wichtigsten Unterschiede so zusammenfassen:
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Mehrfarb-Speed: Der Kobra X ist klar schneller. Derselbe komplexe Vierfarbendruck dauerte 13 h 10 m auf dem Kobra X gegenüber 23 h 8 m auf dem A1.
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Abfall: Der Kobra X erzeugte 192 g Gesamtabfall, während der A1 bei demselben Modell auf 263 g kam.
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Lautstärke: Der Kobra X ist beim Filamentwechsel spürbar leiser und liegt bei etwa 45–48 dB.
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Software: Bambu Studio ist ausgereifter und stabiler; Anycubic SlicerNext verbessert sich zwar, wirkt aber noch etwas holpriger.
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Community & Ökosystem: Der A1 profitiert von einer größeren, etablierteren Community und einer längeren Markthistorie.
Wenn für Sie schnelle Mehrfarbendrucke und niedrige Lautstärke Priorität haben, hat der Kobra X einen klaren Vorteil. Wenn Sie dagegen ein besonders stabiles Software-Erlebnis und eine riesige Community suchen, bleibt der A1 eine sehr sichere Wahl. Die Druckqualität liegt bei beiden sehr nah beieinander, mit kleinen Vorteilen je nach Testmodell.
Ist der Anycubic Kobra X der richtige 3D-Drucker für Sie?
Der Kobra X ist nicht einfach nur ein weiterer Bed-Slinger – er ist ein mutiger Neuentwurf dafür, wie Mehrfarbendruck funktionieren sollte. Indem Anycubic den Filament-Wechselmechanismus direkt in den Toolhead verlagert hat, liefert das Gerät deutlich schnellere Farbwechsel, weniger Abfall und flüsterleisen Betrieb. Zusammen mit zuverlässiger Auto-Nivellierung, solider Druckqualität und cleveren Features wie KI-Spaghetti-Erkennung und Objekt-Skip ist er ein überzeugendes Paket für Maker, die in Multi-Material-Projekte einsteigen wollen, ohne sich mit unnötigem Kabel- und Boxen-Chaos herumzuschlagen. Die Kompromisse: ein noch reifendes Software-Ökosystem, ein offenes Rahmendesign, das bei technischen Materialien Vorsicht verlangt, und eine Closed-Source-Architektur, die nicht jeden Tüftler anspricht. Wenn Sie farbenfrohe, mehrfarbige Modelle lieben und eine leise, aufgeräumte Lösung schätzen, gehört der Kobra X ganz oben auf Ihre Liste. Bereit, ihn in Aktion zu sehen? Werfen Sie einen Blick auf die aktuellen Angebote und die Verfügbarkeit auf der offiziellen Anycubic-Website und gehen Sie den nächsten Schritt. Wie immer steht Ihnen das BIKMAN TECH-Team zur Seite – schreiben Sie Ihre Fragen in die Kommentare und teilen Sie diesen Leitfaden mit einem Maker-Freund, der die Mehrfarbendruck-Revolution schon länger im Blick hat.
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